Dienstag, 26. Januar 2016

Bargespräche

25. Januar 2014

Die Luft ist rauchig, überall das Geräusch von Billardstöcken die auf Kugeln treffen. Wir sitzen nahe bei der Tür, weil sie nicht direkt im Rauch sitzen möchte. In vier Stunden wird sie 18. Wir lachen und trinken und niemand fragt mich nach meinem Ausweis - ich bin die jüngste hier.
Sie hat eine blaue Plastikbox dabei, darin aufwendig verzierte Cup Cakes, die sie selbst gemacht hat. Jeder der Gäste nimmt sich einen, sie erst als man sie darauf anspricht. Wie gewöhnlich warte ich darauf, dass alle Anfangen zu essen bevor ich den Cup Cake aus seiner silbernen Form löse. Alle essen genüsslich, bis auf sie. Ich starre ihren Muffin an, bemerke ihren unauffälligen Blick - wie sie darauf wartet, dass ich anfange. 
Das ist mein Ritual!
Warte Ewigkeiten, biss ich schließlich trotzig etwas Frosting ab schlecke. Heute habe ich noch kaum etwas gegessen, wie sonst auch, wenn ich etwas vorhabe und ich verdiene dieses Teil. Mehr als ab schlecken traue ich mich nicht.Schließlich: "Komm!", ich zwinge mich zu einem Lächeln und sie ist. In Zeitlupe verschwindet mein Kuchen in meinem Mund, weil ich auf keinen Fall vor ihr fertig werden will - sie tut das selbe.
Ich bin so erbärmlich.

Ich sitze da, mit fettem Alkohol, während sie nur stilles Wasser trinkt.
Esse nur ein Stück widerliche Pizza, obwohl ich hungrig bin.

Vergeblich versuche ich ein hübsches Gesicht zu machen und aufrecht zu sitzen. Noch vor wenigen Wochen war ich krank und dünn, an meinem Tiefstgewicht 2013, jetzt wieder fett, aufgedunsen. Ich bin so ekelhaft, mein Gesicht ist ein dicker Kreis.
Sie ist schön.
Ihre Haare sind lang und frisch gefärbt, sie riecht gut, ihre Bluse ist neu, sie ist dünn.
Ich habe Angst.

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