Wir stehen in einem kleinen asiatischen Imbiss. Die Karte hängt über der Theke, der winzige Raum ist bis auf einen letzten Tisch gefüllt. Es ist 18:00 Uhr und außer ein Paar Haferflocken am Morgen habe ich noch nichts gegessen. Mein kleiner Bruder ist eingeschnappt und spricht kein Wort mehr mit mir und meiner Mutter. Ich versuche mich für ein Gericht zu entscheiden, ein Gericht, dass ich komplett und alleine essen werde - das ist neu: Seit ich mich errinern kann, hab ich mir das Essen in Restaurants und Imbissen imer mit meiner Mutter geteilt.
Ich wähle eine Gemüsepfanne mit Reis. "Nein, das ist zu wenig.", sagt meine Mutter. Ich ärgere mich und bestelle statt dessen ein Gericht mit Tofu. Mein Bruder trotz und möchte nichts.
Meine Mutter bestellt die Gemüsepfanne mit Reis, die ich eigentlich wollte.
Ich fühle mich hintergangen. Das ist nicht das erste Mal, dass ich dazu gezwungen werde mehr oder etwas anderes zu bestellen, währrend sie das exakte Gegenteil tut. Ich reiße mich zusammen und beschließe deshalb keine Szene zu machen und meine schlechte Laune einfach im Stillen auszuleben.
Schlussendlich tausche ich doch das Gericht mit meiner Mutter, weil sie feststellt, dass es mit einer Sojasauce zubereitet ist, die ihr entweder nicht schmeckt (was sie sagt) oder zu fettig ist (was sie natürlich nicht sagt). Brav esse ich auf, obwohl mein Bruder nicht isst und obwohl ich Sojasauce überhaupt nicht mag.
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