Herbst / Winter 2013
Ich bin unglaublich müde. Es dämmert, als ich von der Schule nach Hause laufe, es ist eiskalt.
Mama arbeitet bis um 22:00 Uhr. Sie hat vorgekocht, ich betrachte das Essen im Topf und stelle mir vor wie es schmeckt. Ich koche zwei Tassen Kaffee und verkrieche mich in meinem Zimmer. Hier ist es ordentlich und sicher vor anderen Menschen. Ich trinke meinen Kaffee und notiere meine heutigen Mahlzeiten in einem Notizbuch:
1 Zwieback in grünem Tee eingeweicht, dazu ein Teelöffel Leinsamen.
3 Tassen Kaffee.
Wasser habe ich heute noch nicht getrunken.
Als ich in Bad gehe absolviere ich meine üblichen Übungen. Heute: 10 Sit-Ups pro Badbesuch. Ich hole 20 Sit-Ups nach, die ich in der Schule nicht machen konnte.
Ich wünsche mir das meine Mama bald nach Hause kommt.
Im Bett rolle ich mich zusammen, spiele an meinem Handy herum und lese ein wenig. Ich kann mich kaum konzentrieren, habe weder Kraft für Hausaufgaben noch um mit meinem Hund Gassi zu gehen.
Meine Gefühle schwanken zwischen Traurigkeit und Emotionaler Leere.
Später am Abend löffle ich ein wenig des vorgekochten Essens direkt aus dem Topf. Kartoffeln, Karotten und eine dünne Käsesoße. Es schmeckt unendlich gut. Ich genieße jeden Bissen.
Als ich am nächsten Tag aufwache und meinen Bauch sehe bereue ich direkt.
So viel habe ich doch gar nicht gegessen?
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