2014, 2015 und 2016
Wenn du mich an dich drückst, versuche ich nicht daran zu denken, wie es sich an fühlt, wenn wir uns auf dem Flur begegnen, zwischen all den Menschen und ich Luft für dich bin. Wenn du über mich hinwegsiehst und alle meine Worte ignorierst, obwohl du am Wochenende noch geflüstert hast, dass du mich liebst. Mir die Haare aus dem Gesicht gestrichen hast, wir haut an haut im schwachen Nachtlicht, dass durch das Fenster in der Dachschräge fällt.
Ich will nicht daran denke, wie du mit allen um mich herum sprichst, nur mich dabei vergisst, als wäre ich der unerwünschte Sidekick meiner viel konversationsinteressanteren Freundin.
Du machst mir Frühstück, aber ich kann nur fühlen, wie du mich stundenlang vor dem Fernseher absetzt, wie das Kind, dass keiner will. Manchmal merkst du sogar wenn ich weine und du kommst her, bis ich mich wieder beruhigt habe, manchmal sogar eine ganze viertel Stunde.
Und wenn du sagst, dass mein dunkler Teint so schön ist, höre ich nur wie du spöttisch meine braune Hand betrachtest, die Hautfarbe, die ich so hässlich an mir finde, und sagst, dass gebräunte Haut schneller altert.
Früher hast du was du an mir magst verpackt in Spott und mich ganz durcheinander gebracht.
Ich weiß, dass du das gemacht hast, weil du nicht zugeben wolltest, dass du mich magst. Dass du nicht nur Sex willst, sondern auch Dinge, die Vielleicht nicht ganz so männlich erscheinen...
"Es würde mir nichts ausmachen, wenn deine Haare kürzer wären. Kannst sie gerne kürzer schneiden."
"Ich mag deine Haare, die sind schön"
"Trag das nicht so, dass sieht komisch aus."
"Ich war zu schüchtern dir zu sagen wie gut du aussahst"
Wenn du mir sagst ich soll nicht so anhänglich sein - wir sehen uns alle ca. zwei Wochen für eine Nacht und schreiben ungefähr an einem Tag in der Woche einen Satz.
Und du schiebst mich weg, nach dem Sex, weil dir die Nähe zu viel wirst.
Du ekelst dich vor meinem Körper, meiner Haut an deiner und meiner Stimme, die mehr will als sieben Minuten im Himmel.
Ich ekle mich vor mir selbst, vor meinem widerlichen Wunsch wenigstens in der Öffentlichkeit mit dir reden zu dürfen und die 24 h, in denen ich in der Woche mit dir sprechen kann, mehr als 5 h Aufmerksamkeit zu bekommen, wenn du mir schon sagst, dass du mich liebst.
Aber was kann ich schon verlangen, wenigstens gibt es einen auf der Welt, der mich manchmal berührt und manchmal liebt.
Ich finde es traurig, dass Du dir das antust...
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