Ich lehne mit der Schläfe gegen die Scheibe, merke schnell,
dass es eine schlechte Idee ist und schaue stattdessen in meinen Schoss. Eine
Nachricht erscheint auf dem Bildschirm meines, dort ruhenden, Handys und
erhellt das Display. Ich versuche die Nachricht nicht zu lesen und drehe das Gerät
herum. Einen Blick aus dem Fenster werfend bete ich, dass dieser verdammte Bus
doch endlich schneller fahren soll, damit ich aussteigen, atmen kann. Mir ist
schlecht von der ruckeligen Fahrt, mein Magen ist ganz flau. Eine Übelkeit, die
mich häufig in Bussen und Autos mit eingeschalteter Klimaanlage überfällt, aber
trotzdem nicht wirklich in der Fahrweise ihre Ursache findet. Insgeheim weiß
ich, woher das Flaue Gefühl eigentlich kommt, nämlich irgendwo aus dem tiefsten
Inneren meines Körpers, wo wahrscheinlich mein inneres Kind liegt und langsam verkümmert. Bereits eine
Haltestelle vor meiner schwebt meine Hand vor dem Halteknopf. Schon halb auf
den Füßen starre ich durch die Glastür hinaus, als ob der Bus so schneller im
Verkehr vorankommen würde. Als ich denke, ich könne es jetzt nicht mehr
aushalten, falle ich schon nach draußen, in gellende Hitze und brennende Sonne.
Unangenehmer als die Übelkeit ist nur stehen bleiben, also
laufe ich weiter in Richtung Heimat. An natürlich zirkulierender Luft verfliegt
meine Reisekrankheit von selbst, jetzt
kann ich auch in Ruhe auf mein Handy schauen, die Nachricht lesen und entscheiden,
dass ich sowieso nicht antworte. Jedenfalls nicht in der nächsten Stunde, damit
er sieht, dass etwas los ist. Direkt, als ich das Handy wegstecke, wird die
restliche Übelkeit von einer Mischung aus Wut und Trauer verdrängt. Die Hitze
wird unerträglich und der fünfminütige Weg stundenlang. Am liebsten würde ich
hier direkt auf dem Boden zusammenbrechen und nie wieder weiter gehen. Irgendwo
will ich sterben, aber eigentlich fehlt mir auch dazu die Kraft. Fallen und
auffangen lassen, aber wie, wenn da niemand zum Fangen ist?
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