Donnerstag, 23. Juni 2016

Pflaster

Frühjahr 2015 bis im verregneten Sommer 2016

Du sagst mir so oft, dass du mich lieb hast, bis ich es nicht mehr sagen muss. Du küsst mich und trägst mich herum, kümmerst dich um mich. Du deckst mich so oft zu und nimmst mich zum Einschlafen in den Arm, dass ich fast vergesse wie weh mein Herz tut und wir bröckelig alles zwischen uns ist.
Du legst deinen Arm um mich, obwohl Menschen da sind, die du nicht kennst.
Du nimmst mich in einer langen Mittagspause mit zu dir und sagst es sogar Y.. Als wir zurückfahren regnet es und du meinst, dass du mich auch früher rauslassen kannst. Ich werde trotzig und bleibe sitzen, als wir aussteigen verabschiedest du dich sofort, obwohl wir genau den gleichen weg laufen. Ich laufe mit einigen Metern Abstand hinter dir her, fühle mich währenddessen wie Abschaum. Ist doch klar, dass du mit so einem hässlichen Entlein nicht gesehen werden willst.
Ich erspare mir die Peinlichkeit, dir eine Nachricht über meine verletzten Gefühle zu schreiben und finde mich mit der Situation ab, dass du für immer mein geheimer Freund bleibst.
Fast lasse ich den Abschlussball sausen, weil ich keine Lust habe dort von dir ignoriert zu werden und mich  vor meiner Oma und deiner Mutter dafür zu schämen, dass ich dir nicht gut genug für die Öffentlichkeit bin. Dann gehe ich doch hin und wie du mir versprochen hast kommst du gleich her und begrüßt mich, du küsst mich sogar. Reden willst du nicht so gerne mit mir und Fotos willst du auch nicht wirklich, aber man kann ja nicht alles haben.

Nach 13 Jahren sind wir endlich frei und genau ab dem 03. Juli wird wirklich alles gut.

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