Ich esse ständig. Weil ich mich so einsam fühle, verlassen und irgendwie muss ich dieses Loch füllen, nicht nur metaphorisch - wörtlich.
Ich weiß genau wieso ich esse und wieso nicht. Seit Jahren mache ich Therapie, gehe brav zu allen Terminen für die Gruppentherapie und mache alle Übungen mit.
Hunderte Male reflektiere ich, wofür ich meine Krankheit brauche und was sie mir gibt.
Ich kenne alle Risiken und Opfer.
Ich habe mir tausende Male bewusst gemacht, dass sich niemand für mein Gewicht interessiert und x-Mal zugegeben, dass mein Körper nicht das einzige ist, was mich ausmacht.
Gruppentermin am Donnerstag.
Ich merke, dass meiner Therapeutin langsam die Ideen ausgehen. Sie ist entäuscht von mir. Sie schlägt vor nochmal über einen Klinikaufenthalt nach zu denken - aber wie?
Wie soll ich mit meinem Aussehen dort hin gehen? Mit einem abartig hohem Gewicht?
Ich muss erst abnehmen, bevor ich gesund werden kann. Richtig krank werden, bevor ich dick werde.
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